Der Zwiegriff (angeordneter Kontakt)

 

Bedingt durch das Wertungssystem muss es am Ende jeder Kampfrunde einen Sieger dieser Runde geben. Da es bei einem Punktestand von 0: 0 kein Kriterium für die Ermittlung des Kampfrundensiegers gibt, wird in diesem Fall der Zwiegriff angeordnet um Ihn zu ermitteln. Steht der Kampf am Ende der regulären Kampfzeit einer Kampfrunde 0: 0 so wird sofort vom Kampfrichter die Verlosung vorgenommen, um den Ringer zu bestimmen, welcher als Erster fassen darf. Dazu wirft der Kampfrichter eine Plakette mit einer roten und einer blauen Seite in die Luft. Der Ringer dessen Farbe oben liegt fasst zuerst. Je nach Stilart gibt es unterschiedliche Positionen wie der Zweigriff gefasst wird.

 

Zwiegriffposition im Griechisch-römisch.

Im Griechisch-römisch erfolgt die Einnahme des Zwiegriff mit der so genannten Brustklammer. Der Ringer der die Auslosung verloren hat muss mit aufrechtem Oberkörper und leicht vom Oberkörper abgehaltenen Armen in der Mattenmitte im zentralen Kreis aufstellen. Der Ringer der die Auslosung gewonnen hat, stellt sich Brust zu Brust mit seinem Gegner auf und fasst anschließend unter beiden Armen hindurch seine Hände auf dem Rücken seines Gegners zusammen. Die Fassung darf dabei nur mit den Fingern erfolgen. Sobald der Ringer der die Auslosung gewonnen hat, den Griff gefasst hat pfeift der Kampfrichter den Kampf an.

 

Zwiegriffposition im Freistil

Im Freistil wird der Zwiegriff aus der Beinangriff Position heraus begonnen. Dazu muss der Ringer welcher die Auslosung verloren hat, einen Fuß in der Mattenmitte im zentralen Kreis flach hinstellen. Ob linker oder rechter Fuß bestimmt der Gewinner der Auslosung. Anschließend umfasst dieser Ringer das Bein seines Gegners in Höhe der Kniekehle. Ob er mit seinem Kopf nach Innen oder Außen fasst bleibt Ihm überlassen. Er darf nur nicht knien. Auch bei dieser Zwiegriffposition pfeift der Kampfrichter den Kampf sofort an sobald der angreifende Ringer gefasst hat und die Fassung darf ebenfalls nur mit den Fingern erfolgen.

 

Kampf im Zwiegriff

-         Der Kampf im Zwiegriff dauert maximal 30 Sekunden.

-         Gelingt es keinem der Ringer in diesen 30 Sekunden eine Wertung zu erzielen, so erhält der Ringer der die Auslosung verloren hat einen Punkt und hat die Kampfrunde gewonnen.

-         Verlassen ein oder beide Ringer die Matte so muss in jedem Fall ein Schuldiger gefunden werden der zuerst mit seinem Fuß auf die Schutzzone geraten ist. Der Schuldige erhält eine Verwarnung (O) und sein Gegner einen Punkt womit er die Kampfrunde gewonnen hat.

-         Während der Zwiegriffsituation existiert der Risikovorteil nicht und der Ringer der sich in der Bodenlage befindet und beherrscht wird verliert den oder die Punkte.

-         Trägt ein Ringer seinen Gegner absichtlich von der Matte, so ist dies unsportliches Verhalten, er erhält eine Verwarnung (O), sein Gegner einen Punkt und verliert die Kampfrunde.

-         Ein Verlassen der Zwiegriffposition wird nicht mehr bestraft auch gibt es keinen „toten Punkt“ im Kampf mehr. In diesen Fällen ist die gesamte Zeit von 30 Sekunden abzuwarten.

-         Sobald von einem Ringer eine Wertung erzielt wurde ist die Zwiegriffsituation sofort beendet und dieser hat die Kampfrunde gewonnen.

-         Es gibt keinen Schultersieg oder technische Überlegenheit.            

      

 

Der Zwiegriff, wie in diesem Abschnitt beschrieben ist,  wird in allen Stilarten und Alterklassen angewendet. In den Ringkampfregeln wird er in Artikel 51 beschrieben.